Heimat- und Verkehrsverein Zell (Mosel) e.V.
Heimat- und Verkehrsverein Zell (Mosel) e.V.
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Heimatmuseum

Viel Herzblut investierten die Verantwortlichen des Heimat- und Verkehrsvereins in den Aufbau eines Heimatmuseums im städtischen Rathaus. Jahre vergingen, bis die über zwei Stockwerke verteilten geschichtsträchtigen Sammlungen und Einrichtungen  zusammengetragen waren. Am 10. Mai 1991 konnte das Museum der Öffentlichkeit übergeben werden. Dem damaligen Vorstand Willi Bach und dem passionierten Historiker Gerd Bayer ist es zu verdanken, dass altes Kulturgut und alte Zeller Handwerkskunst der Nachwelt erhalten blieben.

Zahlreiche Funde belegen, dass Zell bereits in keltischer, römischer und merowingischer Zeit besiedelt war. Vor allem die Römer bauten Zell zu einer wichtigen Versorgungsstation links des Rheines aus. Als Sensationsfund gilt die 1987 bei Straßenbauarbeiten ausgegrabene Hypokaustheizung, die hier aufgebaut ist (Foto).

Großen Raum nehmen Gerätschaften und Maschinen aus dem 20. Jahrhundert ein. Einfaches Handwerkszeug und Kleidung aus der damaligen Zeit zählen ebenso dazu wie die geschichtlichen Vorgänge um die „Zeller Schwarze Katz“.

Als 1959 der letzte Küfer in Zell seine Werkstatt dicht machte, übernahm die Stadt das gesamte Inventar. Im Museum zeugt es nun von einem Handwerk, das früher in allen Weinbaugemeinden vorherrschte, weil die Winzer ihren Wein ausnahmslos in Holzfässern ausbauten und auch im Fass verkauften. Die Wein-Schröter verfrachteten die Fässer auf Schiffe oder Eisenbahnwaggons.

Tradition hatten in Zell auch das Handwerk des Zinngießers und des Messerschmieds. Zahlreiche Utensilien des ausgestorbenen Handwerks sind ausgestellt. Auch der Beruf des Seilers war an der Mosel weit verbreitet. Im Anbau von Flachs sahen viele Winzer einen Nebenverdienst. In Zell existierte bis etwa 1935 eine Seilerei, die auch die umliegenden Orte mit Seilen und Stricken versorgte. Typische Geräte, die zur Seilherstellung benötigt wurden, können besichtigt werden.
 
Ein Zubrot verdienten sich viele Winzer, vor allem aber Frauen, in den in Zell ansässigen 10 Zigarrenfabriken. Bis weit in die 1950er Jahre wurde hier produziert. Eine Vielzahl von Gerätschaften zeigt die verschiedenen Arbeitsgänge. Eine Ausstellung allerlei Sorten von Tonpfeifen schließt sich an.

Auch eine Ausstellung von jüdischen Zeugnissen ist zu sehen. Seit dem 14.Jh. lebten in Zell Juden. Die Synagoge im Schloss und der Friedhof in Bullay legen davon Zeugnis ab. Die Synagogengemeinde Zell endete mit der Reichspogromnacht im November 1938.

Auffallend ist der große Wandteppich am Eingang zum Museum. Hier ist der Besuch von Kaiser Maximilian I. im Jahre 1512 eingewebt.

Führungen durch das Heimatmuseum finden jeweils statt:
Mittwoch, Freitag und Samstag in der Zeit von 14 -17 Uhr